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Aktuelles

Bitte zunächst die Hinführung lesen!

Dienstag, 7. Februar 2012
Bodensee und Mexiko

Inzwischen hat sich die Situation - Gott sei Dank - in Ecuador wieder etwas beruhigt!

Auch mein Rythmus beginnt sich zu normalisieren und ich bin froh auf dem Frauenberg zu sein! Meine Gedanken gehen jetzt vermehrt auch nach Mexiko und ich habe einen Grundtext niedergelegt (www.de.balta-lelija.net).

Es ist eine Zeit des genauen Hinhören, was Gott jetzt von mir möchte!

Elija aus dem kalten Deutschland

Sonntag, 29. Januar 2012
Puerto Rico

Sehr erschöpft kam ich von Ecuador nach Deutschland zurück und versuchte zunächst in Irndorf mich ein wenig zu erholen! Doch habe ich noch den südamerikanischen Rhythmus in mir und es beschäftigt mich die Sorge um die Sicherheit der Geschwister in Tierra de la Paz. So kommt die Erholung nur Stück für Stück voran - ganz wird sie sowieso nicht möglich sein!
In Irndorf entsteht nun ein kleines Studio und wir sind schon ein wenig vorangekommen. Es soll den wachsenden apostolischen Aufgaben dienen.

"Quebrar la vara del violento" geht offensichtlich weiter und breitet sich - wie es aussieht - auch in andere Länder aus!

Von Ecuaodor erreichte mich die Nachricht, daß der Gründer Don Nelson der Bewegung Juan XXIII, welche in Süamerika recht verbreitet ist, um die Autorisierung des Gebets für Puerto Rico gebeten hat.

Natürlich gebe ich diese sehr gerne und bin dankbar für alles, was Gott tut!

Ich hoffe in den nächsten Tagen all die Kraft vom Herrn zu bekommen, die nötig ist, um den gegenwärtigen und kommenden Aufgaben gerecht zu werden und bitte um das Gebet für mich!

Elija, Irndorf, d. 29.1.2012

Mittwoch, 18. Januar 2012
Ereignisse in Tierra de la Paz und Mexiko, Teil 3

Gott sei Dank haben wir nun einige ruhige Nächte verbracht und wenn ich mich nicht täusche, scheint sich die dunkle Atmosphäre zu verflüchtigen.
Wir haben einige Konsequenzen gezogen. Die wichtigste ist zunächst, daß wir eine "Nachtklausur" einführen. Das bedeutet, daß wir mit Anbruch der Dunkelheit (hier ab 19.00) in den Häusern sind und während der Nacht die Kapelle nicht mehr verlassen. Das betrifft unten die Gemeinschaft. Die Schwestern sind in der Kapell oben auf der Empore, die Brüder auf dem kleinen Dachboden der angebauten Einsiedelei und der Sakristei. Das ist in positiver Hinsicht eine große Konzentration. Wir werden bald beginnen auf der Empore kleine Zellen mit Blick auf das Allerheiligste zu bauen und später kleinere Zellen für Brüder an die Kaplle hinten anzubauen, ebenfalls mit Blick auf das Allerheiligste, welches in Tierra de la Paz auch von außen sichtbar ist.

Dieser Schritt ist zwar durch die Ereignisse beschleunigt worden, ist jedoch schon längere Zeit in manchen Aspekten im Blick!

So beginnen wir nun diese Erfahrung zu integrieren und sie nutzbar zu machen, denn dieser Schritt der "Nachtklausur" bedeutet - wie wir jetzt schon merken - eine Intensivierung des geistlichen Lebens und des Gebetes!

Durch einen Freund, Christian Bakker, bekamen wir Hilfe angeboten. Er sandte uns zwei Sicherheitsexperten, die mit Samuel das Land besichtigten und nun eine Analyse der Sicherheitslage erstellen wollen, verbunden mit einigen Vorschlägen.

Für mich ist das ein richtiger Weg, wenn die menschlichen Möglichkeiten der Sicherung auf eine gute Weise integriert werden und nicht dominant sind. Die Dominanz des Vertrauens gebührt Gott. Es ist gesund, wenn wir als gläubige Menschen unsere ganze Sicherheit auf Gott setzen, aber doch auch die gute Gabe Gottes, die er in unsere Natur hineingelegt hat, nämlich die Intelligenz, nutzen!

Ich bin sehr froh über die jetzt einsetzende Entwicklung und fliege nun mit leichterem Herzen nach Europa zurück!

Zu dieser Wende in das Positive gehört die Nachricht, daß der Erzbischof von Puebla (Mexiko) morgen, am 19.Januar 2012, die Initiative "Quebrar la vara del violento" den Priestern seiner Diözese vorstellen wird.
Es dürfte nicht zu selbstbezogen sein, wenn wir denken, daß das neuerliche Kreuz des Überfalls auch eine Verbindung mit dem Ausbreiten der Initiative in dieses geplagte Land haben mag.

Möge Gott, unser über alles geliebter Vater aller Menschen, das Leiden auf Tierra de la Paz fruchtbar machen: für Ecuador, für Mexiko und für alles, wie es ihm gefällt!

Dienstag, 17. Januar 2012
Ereignisse in Tierra de la Paz, Teil 2

Fortsetzung

In der Nacht vom 11. auf den 12. Januar war es ruhig und die Seele konnte wieder ein wenig aufatmen.

Wir hatten nun jedoch wieder Elemente der Situation vor der langen Friedenszeit auf Tierra de la Paz zu bewältigen. Sobald die Dunkelheit hereinbrach - was in Ecuador schon vor 19 Uhr ist - legte sich eine gewisse Spannung über den Platz. Wir begegneten ihr in der Frühphase der Ereignisse nach dem 10. Januar so, daß wir uns schon bald in die Kapelle zurückzogen und in die jeweiligen Häuser.

Es war jetzt wichtig, daß wir nicht in jene Panik verfielen, die nur noch nach irdischen Sicherungen verlangt, die für Tierra de la Paz einerseits gar nicht durchzuführen sind, andererseits auch das vertiefte Vertrauen zu Gott während des vergangenen Jahres relativieren könnten. Es galt an Gott festzuhalten und zu realisieren, daß nichts ohne die Zulassung Gottes geschieht und darin ein verborgenes Handeln Gottes zu entdecken sei. Diese Grundentscheidung des Glaubens war auch ohne eine konkrete Sichtbarkeit eines solchen Planes zu fällen und mit dem Geist festzuhalten.

Es würde nun zu weit führen, die vielen Aspekte herauszuarbeiten, welche nun von innen zu bewältigen waren: Ängste, aufkommende Zweifel, Unsicherheit, vielleicht auch Auflehnung, Fluchttendenzen und vieles mehr. All dies sind menschlich verständliche Reaktionen und sie in sich selbst wahrzunehmen ist keine Schande. Nur kann es für Menschen, die einen geistlichen Weg der Nachfolge Christi gehen, nicht bei diesen ersten Reaktionen bleiben. Sie müssen in das Licht des Glaubens überführt und von Gottes Liebe berührt werden.

Das haben wir versucht und sind immer noch dabei.

Auch können solche Erlebnisse zu einer tieferen Betrachtung des Leidens Christi hinleiten und eröffnen die große Möglichkeit, sich noch existenzieller Gott zu schenken und das Vertrauen zu vertiefen.

In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar nahm ich die drei jungen Menschen, mit denen ich so lange für die Initiative unterwegs war, für das Nachtgebet mit in die Kapelle. Wir wollten ein wenig austauschen und ich beabsichtigte, Heilungsgebete anzubieten, um den Überwindungsprozeß auf diese Weise zu stützen.

Da bekamen wir einen Anruf, daß zwei Männer gesehen worden seien, welche auf dem Weg zu unserem Gelände seien. Da es schon dunkel war und derselbe Weg benutzt wurde, den die Räuber das letzte Mal zur Flucht gewählt hatten, lag es relativ nahe, daß es möglicherweise dieselben Männer waren, welche zwei Tage zuvor mit der Beute kaum zufrieden sein konnten!

Natürlich war der Schrecken groß und die Angst stieg auf. Ich schickte die drei jungen Menschen auf die Empore der Kapelle, um bei einem eventuellen Eindringen der Männer in die Kapelle alleine mit ihnen zu sein.

Intensivst begann ich die prophetische Liturgie zu beten mit vielmaligem Beten unseres "Quebrar la vara del violento"
Nach längerer Zeit des Gebetes merkte ich, wie sich die Athmosphäre entspannte und sagte, daß wir ein wenig schlafen könnten.

Der Schlaf dauerte allerdings nicht lange. Es kam per sms eine Nachricht von Magdalena, die sich in der Abwesenheit von Samuel und Judith mit Ruth und Fidelis im Familienhaus befand, daß oben vor dem Haus Schritte zu hören waren!

Nun ging ich wieder ins Gebet und flehte intensiv, daß im Familienhaus nichts geschehen möge. Inzwischen war auch die Polizei verständigt, die zum oberen Haus kam und dieses Mal eine bessere Figur machte. Sie waren offensichtlich bemüht, ihre Aufgabe zu erfüllen!

Die Nacht ging vorbei und nichts geschah! Wir aber wurden wieder in den geistlichen Kampf geführt und hatten uns durch das Gebet zu wehren. Danke, daß der Herr uns diese Gnade der Bewahrung und doch auch gleichzeitig diese innere Schule schenkte! Wir werden sie gebrauchen können!Trotzdem bat ich den Herrn, daß diese beiden Menschen, die uns überfallen hatten nie wieder in einer solchen Absicht unser Gelände betreten können und bete um ihre Bekehrung!

Die Nacht vom 14. auf den 15. Januar und die folgende Nacht blieben ruhig!

Elija aus Ecuador


Montag, 16. Januar 2012
Ereignisse auf Tierra de la Paz, Teil 1

Phänomenologie

Am 10. Januar gegen 21:30 drangen zwei bewaffnete Räuber in die Hütte von Marie-Elisée ein.

Kurz zuvor hatte Marie-Elisée Elija per Telefon berichtet, daß sie verdächtige Geräusche vor der Hütte wahrgenommen habe und bat ihn zu kommen. Elija nahm Nicolai und Fidelis mit, um die Sache zu prüfen.

Nicolai hatte zuvor einen fremden Mann in der Nähe seiner Hütte gesehen. Da er ihn durch die Dunkelheit nicht genau erkennen konnte, hielt er ihn wegen seiner geringen Körpergröße für einen Jugendlichen. Er verständigte Elija. Sie gingen zusammen zu dem Ort, an dem Nicolai den Mann gesehen hatte und glaubten die "Jugendlichen" seien wieder verschwunden, nachdem Nicolai sie entdeckt hatte und auch zu erkennen gab, daß er sie gesehen hatte.

So war es jedoch nicht!

Es handelte sich nicht um Jugendliche, sondern um zwei Männer mittleren Alters, wobei der eine recht klein war.

Als Elija, Nicolai und Fidelis sich der Hütte von Marie-Elisée näherten hörten sie einen Schrei von Elisée. Daraufhin stürmten Nicolai und Fidelis in die Hütte und stürzten sich auf die Männer. Marie-Elisée hatte die Türe geöffnet, weil sie den drei Brüdern öffnen wollte. Stattdessen standen jedoch die Räuber vor der Türe und einer stieß sofort Marie-Elisée nieder.

Es kam es zu einem Handgemenge zwischen den Banditen und den Brüdern, welches jedoch ungleich war, denn die Räuber bedienten sich der Waffen. Nicolai und Fidelis wurden aus dem Raum gedrängt und mit der Waffe niedergeschlagen.

Der kleinere Räuber, der sich wesentlich aggressiver als der andere zeigte, ließ einen Schuß unmittelbar neben dem Kopf von Fidelis los. Da Fidelis schon am Boden lag als der Schuß fiel und am Kopf blutete, waren wir alle wie gelähmt und befürchteten, daß er Fidelis erschossen hätte.

Ich versuchte durch meine wenigen Worte in Spanisch die Situation zu beruhigen was objektiv auch gelang, wenn auch der kleinere aggressive Räuber immer wollte, daß ich aufhöre zu reden und wüste Drohungen ausstieß. Er ging dann mit der Waffe auf mich zu, tat mir aber nichts, außer an meinem Kleid zu ziehen. Marie-Elisée sagte ihm, er solle sich nicht an mir vergreifen!

Die Räuber zwangen uns dann, in die Hüte zu gehen und uns auf den Boden zu legen. Da wurde es dann klar, daß Fidelis nicht erschoßen worden war.

Ich sprach mit dem anderen Räuber! Er schien mir weniger aggressiv und ich sagte ihm, daß wir arme Leute und Leute des Friedens seien. Er antwortete nicht, gab aber doch irgendwann zu verstehen, daß sie uns nichts tun würden.

Nun wollten die Räuber ihr eigentliches Ziel erreichen und verlangten Geld. Marie-Elisée hatte wenige Dollar, die sie ihnen dann auf meinen Rat hin gab. Sie durchsuchten alles und fanden auf diesem Weg zwei Black-Berrys und nahmen einige andere Sachen mit. Sie waren jedoch mit der Beute nicht zufrieden und wollten noch in andere Hütten. Unmittelbar neben der Überfallhütte ist das Häuschen in dem die drei Schwestern Magdalena, Ruth und Lucia waren, die sich still verhielten.

Wir vier, die wir in Elisées Hütte gefangen gehalten wurden, begannen halblaut zu beten! Als wir das Gebet "Amado Padre Celestial" beteten, verließen die Räuber die Hütte und wohl auch das Gelände, ohne noch weiteren Schaden anrichten zu können.

Inzwischen hatte Maria-Magdalena vom Nachbarhüttchen aus einen Wächter vom Seminar und die Polizei zu Hilfe gerufen. Als diese kamen, waren aber die Räuber - wie wir annahmen - schon gegangen. Während sich der Wächter vom Priesterseminar und ein befreundeter Seminarist sehr mutig zeigten und mit Taschenlampen alles absuchten, getrauten sich die Polizisten zunächst nicht aus dem Auto, weil ihnen alles zu dunkel und daher zu gefährlich erschien. Es war ernüchternd!

Unsere Hündin Basha, die wir mitgenommen hatten, um nach den Räubern zu suchen, gab keinen Laut von sich, auch dann nicht, als es zum Handgemenge kam. Offensichtlich ist sie "ein Lamm im Wolfspelz" - und zu viele Menschen und eine friedliche Umgebung gewöhnt, als daß sie natürliche Verteidigungsgewohnheiten übernommen hätte. Zudem war ihre Bezugsperson Bendikt nicht da.

Nachdem die Räuber abgezogen und auch die Polizei wieder gegangen war, blieben wir wie erschlagen zurück. Die beiden Brüder mußten aufgrund ihrer Kopfwunden im Krankenhaus genäht werden.

Wie vorgesehen, übernahmen wir unten im Gelände ab 2 Uhr die Anbetung, während die erste Zeit oben im Haus in der dortigen Kapelle gebetet wurde.

Die Nacht war unendlich lang, und zäh floß die Zeit dahin. Wir mußten mit der Angst kämpfen, daß die Räuber wieder zurückkommen würden. Wie gut verstanden wir das Wort: "Wie der Wächter auf den Morgen, harrt meine Seele auf den Herrn!" Wir harrten auf den Herrn und auf den Morgen, der so unendlich langsam kam!

Wir danktem dem Herrn, daß wir in dieser schwierigen Situation wieder seinen Schutz merken durften. All dies geschah zunächst im Glauben und Willen: die Gefühle standen noch stark unter dem Eindruck dieses Geschehens!

Wir hatten und haben einen inneren Weg zurückzulegen, um diesen schweren Überfall richtig einzuordnen und Frucht daraus zu ziehen. Mit der Hilfe Gottes haben wir ihn beschritten!

Fortsetzung folgt!

Elija, noch in Ecuador

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