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Auf dem Weg zurück nach Jerusalem - 4. Mai

Ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Einer Einladung folgend vebrachten Jennifer, Nicolai, Lucia und ich einige Tage in Vilnius, Lietuva! Wir sollten am 30. April die Apokalypse in dem Heiligtum des Barmherzigen Jesus singen.
So war ich bereits am Mittwoch, d. 27. von Israel aus angereist, während die anderen Geschwister am anderen Tag von Deutschland kamen.

Ein strahlender Höhepunkt war für uns die Teilnahme an der byzantinischen Liturgie eines russisch-orthodoxen Klosters in Vilnius. Wir hatten die Freude zwei Chöre erleben zu dürfen: - einer mit Mönchen und Priestern, der andere mit Nonnen, verstärkt durch einige Frauen! Der Gesang war derart schön, daß ich nur noch staunte und mich sehr an den wunderbaren Gottesdienst erinnerte, den ich einmal in der Nacht auf dem Berg Athos erlebte. Die Bewegungen der Zelebranten, die Ausschmückung der Kirche, die Würdigkeit der Zelebration, der Geruch des Weihrauchs bildeten eine fast vollendete Harmonie und eine derartige Schönheit, daß wirklich Gott in seiner Herrlichkeit innerlich erfahrbar wurde. Es fehlte nichts mehr bei diesem Gottesdienst. Man war angekommen und wollte einfach bleiben. Die Transzendenz Gottes war spürbar, die ebenso zu unserem Vater gehört, wie seine zärtliche Liebe zu uns!

Auf dem Hintergrund dieser Erfahrung war dann der Festgottesdienst am Barmherzigkeitssonntag in der Kathedrale von Vilnius fast ein Kontrastprogramm. Weit entfernt davon einen guten gregorianischen Choral zu hören, wurde stattdessen moderne Musik mit sehr schrill gesungenen Tönen
dargeboten, die in ihrer geistlichen Disharmonie erschreckend war. Doch die musikalische Darbietung hatte schon mit einer sentimentalen Gitarrenmusik begonnen, um den Barmherzigkeitsrosenkranz zu begleiten.

Es tat weh und bis heute habe ich es innerlich noch nicht wirklich überwunden. Dabei gibt es in Litauen durchaus authentische Gesänge, welche die Heilige Messe bereichern können. Mir tut es auch um die katholische Kirche leid, die ich sehr liebe, und die nicht selten die ihr anvertraute Transzendenz zugunsten moderner weltlicher Einflüsse verliert!

Ein Trauerspiel! Und es hat mich noch einmal zum tiefen Nachdenken gebracht - natürlich nicht orthodox zu werden, sondern wie wir in der Gemeinschaft helfen können, die Schönheit Gottes in der Liturgie transparent zu machen!

Die Wiederkunfstliturgie am späten Samstagabend war sehr eindrückllich. Viele Menschen blieben bis zum Schluß, obwohl es schon weit nach Mitternacht war. Außer uns sangen noch weitere sechs Menschen in fünf verschiedene Sprachen, wobei wir die Wiederkunftsrufe: "Komm Herr Jesus Maranantha" in zwölf Sprachen singen konnten.

Das tiefste innere Erlebnis war für mich, daß wir eben die Apkalypse an dem Ort sangen, wo das Originalbild des Barmherzigen Jesus hängt und wo Schwester Faustina ihre Botschaften empfangen hat. Aus dem Munde Jesu selbst kam ja das Wort, daß er auch mit diesen Botschaften seine Wiederkunft vorbereitet!

Die Apokalypse dort in ihrer Intention, daß die Barmherzigkeit Gottes besser von den Menschen erkannt und aufgenommen wird, im Übergang zur Seligsprechung von Johannes Paul II - das kann zur tiefen Reflektion führen!

Elija aus Kiev am Flughafen