Novene für das Haus Samaria
Schon seit längerer Zeit fragen wir uns, wie es mit dem Haus Samaria weitergehen soll. Ursprünglich hatten wir es erworben, um schwangeren Frauen eine schnelle Hilfe anbieten zu können, damit sie ihr Kind nicht abtreiben. Im Laufe der Jahre hat das Haus diesem Anliegen gedient, aber es kamen doch verhältnismäßig wenig Frauen, so daß immer wieder neu die Frage aufkam, ob das Haus nicht auch anders genutzt werden sollte, zumal die regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen eine nicht unerhebliche Summe verschlingen (die laufenden monatlichen Kosten sind ca. 1.500 Euro, hinzu kommt die monatliche Rückzahlung an die Bank für gewährte Darlehen 2.100 Euro). Bisher wurde ein Teil der Summen durch den Dienst unserer Hebamme Margaretha abgedeckt, die Hausgeburten und Nachsorge durchführte, bzw. Geburten in der integrierten Hebammenpraxis des Hauses Samaria.
Seit einigen Monaten jedoch halten wir es für angebracht, daß Margaretha aus geistlichen Gründen ein Jahr einlegt in dem sie sich mehr dem Gebet zuwendet. Hinzu kommt, daß ihr gesundheitlicher Zustand den Dienst als Hebamme erschwert.
So fällt diese Einnahmensquelle aus!
Das ist für uns kein Grund zur Besorgnis, denn wir haben dieses Werk im Vertrauen auf Gott begonnen und werden unserem Vater das Vertrauen auch nicht entziehen, wenn es finanzielle Engpässe gibt. Doch gilt es noch einmal die Konzeption zu überprüfen und konkret Gott zu fragen, ob das Haus Samaria nach Gottes Willen weitergeführt werden soll und wie es mehr dienen kann.
Grundsätzlich kann man sagen, daß das Haus Samaria gedient hat und wir haben uns auch immer wieder hinterfragt, wo wir evtl. selbst den Grund legen, daß die Fruchtbarkeit nicht so stark ist, wie wir es erhofften. Haben wir etwas entdeckt, dann versuchten wir es mit der Hilfe Gottes zu ändern.
Ein Problem war und ist, daß das Haus geistlich noch nicht richtig durchdrungen ist. Im Gegensatz zu den anderen Plätzen der Gemeinschaft Agnus Dei wirkt das Haus immer noch ein wenig unlebendig. Das mag auch an der Art des Hauses liegen, welches für uns ungewohnt "perfekt" ist und sich sehr von den anderen Gründungen unterscheidet. Das kann am Anfang dazu geführt haben, daß wir durch den ungewohnten Lebensstil versucht waren, ihm selbst, mehr im Hinblick auf die zu erwartenden Frauen, zu sehr zu entsprechen und daher ein wenig den "Geruch der Einfachheit" verloren, welcher sonst unserer Gemeinschaft zu eigen ist. Vielleicht haben wir uns eine Zeit zu sehr den äußeren Gegebenheiten angepaßt, statt sie von unserem Geist her zu durchdringen und zu ordnen.
Schwierigeiten gab es auf verschiedenen Ebenen von Anfang an und wenn man sich für die Ungeborenen einsetzt, muß man auch damit rechnen. Das wäre kein Grund ein Haus aufzugeben, denn wenn man Schwierigkeiten richtig bewältigt, wächst und reift man an ihnen und sie fließen als geistlicher Gehalt in den Dienst ein. Die Frage geht also in eine andere Richtung: "Zeigt uns der Herr durch diesen Mangel an Fruchtbarkeit, daß wir die Konzeption erweitern sollen, ob er einen anderen Plan hat, ob die Zeit für das Haus Samaria abgelaufen ist und das Anliegen für die Ungeborenen in anderer Gestalt weitergeführt werden soll?
Eine bereits länger getroffene Überlegung ist, ob Jemael räumlich mit dem Haus Samaria kooperieren soll, um die Perspektive zu erweitern. Das Anliegen des Hauses Samaria würde dann eine Erweiterung erfahren, indem nicht nur im engeren Sinn dem ungeborenen Leben gedient würde, sondern auch die Konzeption erweitert wird für eine "Kultur der Liebe", d.h. auch andere Formen des Dienstes am Leben geschehen, wie geistliche Seminare, evtl. Aufnahmen sterbender Menschen, andere Fälle von Notsituationen und internationaler Dienst am Leben, also ein "Jemaelhaus Samaria".
Wir haben bisher darauf noch keine Antwort. Nun gibt es jedoch Umstände, die zu einer Entscheidung oder zu mindestens klarer Wegweisung seitens des Herrn drängen.
Das Haus Samaria hat inzwischen Schulden und die Bank ist nicht mehr bereit die Konten noch mehr überziehen zu lassen.
Die Schulden belaufen sich auf ca. 16.000 Euro.
Die Gesamtsumme, um das Haus Samaria endgültig zu erstehen, würde sich zusätzlich auf ca. 330.000 Euro belaufen. Damit ist auch die Rückzahlung privater Kredite eingeschlossen.
Da wir ja kein Einkommen haben und alles als Glaubenswerk aufgebaut haben, wenden wir uns intensiv an unseren himmlischen Vater. Das haben wir angesichts der Schulden bereits längere Zeit getan. Jetzt haben wir jedoch einen Termin bis zu dem wir die Bankschulden abtragen sollten, den 20. Juni 2010. Uns durch private Kredite immer in weiter Schulden hineinzubegeben sehen wir nicht als unseren Weg an.
Deshalb haben wir im Haus Samaria und auf dem Frauenberg bzw. dem Josephshof eine Novene begonnen und unseren Vater um ein klares Zeichen gebeten, was sein Wille für das Haus Samaria ist. Kommen nicht entsprechende Summen zu uns, dann wird die Bank das Haus versteigern und wir dann wohl das Haus verlassen. Auch diese Möglichkeit wäre keine Katastrophe, sondern wir würden darin dann auch den Willen des Herrn entdecken. Allerdings täte es uns leid für diejenigen, die uns bisher finaziell und auf andere Weise unterstützt haben.
Hat das Haus Samaria auch bestimmte Mängel, die ich vorhin erwähnt habe, so gibt es sehr positive Momente: es ist ein sicheres und sauberes Haus, in dem die vielfältigen technisch-apostolischen Arbeiten gut durchgeführt weden können. Es bietet genug Räumlichkeiten, um Gäste aufnehmen zu können. Es liegt relativ ruhig und die Nähe zum Kloster Beuron ist sehr hilfreich, da dort jeden Tag die heilige Messe würdig gefeiert wird. Auch könnten wir, falls dem Haus Samaria von Gott her eine Zukunft zugedacht ist, eine Kapelle auf unserem Grundstück bauen, was für den geistlichen Aspekt des Hauses sehr hilfreich wäre.
Alles liegt also in der Hand Gottes und wir vertrauen ihm den Fortgang des Hauses ganz an.
Die Novene befindet sich heute bereits im fünften Tag. Sie besteht aus dem Vateroffizium, dem rezitierten Hymnos Akathistos, dem dreimaligen Gesang zur hl. Jeanne d' Arc und der Rezitation eines Kapitels der Apokalypse.
Ab dem heutigen Abend werden wir in ein dreitägiges Fasten eintreten, zusammen mit der durchgehenden Anbetung. Wer will, kann sich an dem Fasten beteiligen, welches am Freitagabend enden soll. Für den Samstag, welches der letzte Tag der Novene ist, erhoffen wir die Ankunft von Pater Johannes aus Begien, um all dies in eine Heilige Messe einmünden zu lassen.
Wir vertrauen fest, daß der Herr uns den nächsten Schritt zeigen wird. Es ist sein Werk, dem wir in aller Schwachheit, aber doch entschieden dienen wollen.
Ihm sei der Lobpreis und Dank
Elija im Haus Samaria
