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Noch etwas vom Congo

Inzwischen sind Manuela und ich gut in Irndorf angekommen.

Eigentlich wollten wir, nachdem uns Maruscha in Brüssel abgeholt hatte, im Diepach bleiben, aber es war derart kalt und feucht, dass wir in kürzester Zeit krank geworden wären. Irndorf ist von der Temperatur zwar auch kein Kinshasa, aber immerhin nicht so feucht.
Natürlich geht uns der Congo noch durch Kopf und Herz. Die Eindrücke waren sehr intensiv. Besonders Manuela weiß noch viele Einzelheiten und stellt diese oft sehr heiter dar: sei es die Gestik und Sprache von Mama Jeanne oder Papa Jean oder die unserer Kinder.

Wie stark die Congolesen mit dem Glauben verbunden sind, zeigen zwei heitere Geschichten.

Ich war mit den Kindern und Papa Jean in der Kapelle und sprach darüber, dass so viele Menschen in Europa ihren Glauben verloren haben. Mir wurde mit grosser Aufmerksamkeit zugehört. Dann erhob Papa Jean seine Stimme und sagte:

"Papa Elie, dites moi: le gens qui ne croient pas, ils sont sorti d'où? "

(Papa Elie, die Menschen, die nicht glauben, woher sind sie gekommen?)

Die zweite Geschichte:

Manuela unterhält sich mit Mama Jeanne über die 35-jährige Belgierin Magali, die evtl. den Kindern helfen möchte. Dabei erwähnt sie, dass Magali nicht an Gott glaubt. Mama Jeanne hört zu, ihr ganzes Gesicht drückt höchstes Erstaunen aus.
Sie schaut Manuela gross an und sagt entrüstet:

Ma soeur: "Mais, elle est déjà grandie, et même mariée, et elle ne croit pas encore!?"

("Sie ist doch schon erwachsen und sogar verheiratet und sie glaubt immer noch nicht!")

Manuela und ich können uns ständig über diese Aussagen erheitern, auch weil sie mit der typisch congolesischen Theatralik verbunden waren, die fast unnachahmbar ist! Manuela bekommt es allerdings ganz gut hin.