Mission Sts.Séraphins
Inzwischen ist Dr. Richard gut mit seinen Mitarbeitern in Lokoko eingetroffen und die 3. St.Elisabeth-Aktion konnte am 22. Juli beginnen. Die Kranken, welche sich in den umliegenden Dörfern aufgehalten haben, kommen um sich einschreiben zu lassen. Es ist schon erstaunlich, daß mitten im Urwald eine so qualifizierte Untersuchung für die armen Menschen durchgeführt werden kann.
Diesmal ist durch die Präsenz von Pater Johannes und mir eine stärkere geistliche Dimension vorhanden. Nach unserem üblichen Beginn feiert Johannes in unserer Kapelle um 5:30 Uhr die Heilige Messe in Latein und regelmäßig sind Gläubige da. Ich biete in der Kapelle des Dorfes um 18.00 Uhr für eine dreiviertel Stunde Gebet und Unterweisung an. Die ersten beiden Male waren vor allem Jugendliche da und ich erklärte ihnen den Rosenkranz.
Am Tag des Hl. Elija und am nächsten Tag (21.Juli) kommen wir nochmals auf das leidige Thema der Magie zurück. Es ist in der Tat verwunderlich, wie einheimische Bräuche auch von Katholiken oder wenigstens mit ihrer Duldung durchgeführt werden, die zwar in der hiesigen Tradition verankert sind, aber nicht destoweniger äußerst bedenklich sind. Das Schlachten eines Hahnes und die Versprengung seines Blutes als Schutz gegen böse Geister mag als Beispiel genügen und aufzeigen, warum sich die congolesische Bischofskonferrenz mit dieser Frage intensiv beschäftigt! Wenn die Gläubigen mehr mit Gott verbunden wären und entsprechend unterwiesen werden würden, dann würden sie schnell die Angst vor dem Wirken der bösen Geister verlieren und sich weder durch Fetische, den "bösen Blick", noch durch magische Praktiken, "schwarze Löcher", Verwünschungen, Verfluchungen und ähnliches verunsichern lassen. Sie wüßten, daß ein einfaches Gebet im Glauben evtl. böse Absichten anderer aufheben würde und sie durch Jesus Christus ihrer negativen Macht beraubt wären.
Es kommen auch unheilbar Kranke nach Lokoko denen Dr. Richard eröffnen muß, daß ihnen nicht geholfen werden kann. Gerade gestern erlebte ich so einen Fall. Eine junge Frau, Anfang 20, hat vor acht Lahren zunehmend ihr Augenlicht durch den grünen Star verloren und ist jetzt völlig blind. Sie ist mit ihrer Mutter von sehr weit hergekommen und hatte viel Hoffnung auf den Augenarzt gesetzt. Als sie hörte, daß sie nicht operiert werden kann, fing sie herzzerreißend zu weinen an. Bernadette sprach mit ihr und sie konnte sich langsam beruhigen.
Im Vorfeld hatte ich Dr. Richard angefragt, mir die unheilbaren Kranken zu schicken, damit ich für sie bete, sei es, daß der Herr das Wunder einer Heilung vollbringt oder sie einen inneren Trost erfahren. Sie kam dann zur Gebetszeit und ich betete für sie. Heute morgen war sie schon ganz früh auf unseren Platz und suchte wiederum mein Gebet. Dann fragte sie mich, wie oft sie kommen solle. Es war rührend zu sehen, wie sie das Gebet als eine Art Medizin verstand und ich fragte sie, ob sie denn Hoffnung hat. Sie bejahte und ich bitte den Herrn sehr - und auf diesem Weg auch Euch - für sie zu beten. Sie ist in ihrer Krankheit und Hilflosigkeit außerordentlich liebenswürdig und wir alle sind von ihrem Fall sehr betroffen.
Heute abend werde ich sie noch einmal sehen und den Herrn um ein großes Licht für sie bitten.
Ansonsten zeige ich heute - wenn es nicht regnet - den Menschen einen Teil des Abbafilms und werde ihn selbst kommentieren, denn er bedarf der Übersetzung in eine afrikanische Sprache und er ist für die einfachen Menschen hier sicher vom Text her zu schwierig.
Bleibt noch die Bitte intensiv für die Diözesen Kole und Kabinda zu beten. Immer wieder werden wir darauf aufmerksam gemacht und ich habe es vielleicht noch nicht deutlich genug weitergegeben, was ich aber jetzt hiermit tue!
Lokoko, 24.Juli 2010
