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Mbunda et les enfants de Jemael

Nun sind Manuela und ich eine Woche in Mbunda und es gibt viel zu erzählen.

Wie immer haben wir einen tiefen und freudigen Empfang durch unsere 53 Kinder mit Papa Jean, Mama Jeanne und all den Mitarbeitern erlebt. Manuela drückte es so aus: "Die Freude war direkt greifbar." Diese hatte sich besonders am Anfang in der Kapelle manifestiert im überfließenden Lobpreis Gottes und mit Dank an den Herrn. Ich kannte dies ja schon, aber immer wieder erlebe ich diese dankbare Freude als einen Strom der Liebe. Manuela, die das erste Mal ein wirkliches Afrika erlebt, war überwältigt. Überhaupt kommt sie aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie unterschiedlich Afrika ist: die Art des Denkens, des Erlebens, des Wahrnehmens und immer wieder die natürliche Freude an Gott, die den Afrikanern als Gottesgeschenk zu eigen ist.
Mama Jeanne in ihrer unvergleichlichen fraulichen Art - immer bereit zum Lachen und Scherzen, gleichzeitig realistisch und durchaus mit einem manchmal schärferen Blick ausgestattet als ihr prächtiger Mann - ist wie das Urbild einer "Mama Catholique": bodenständig, gottesfürchtig, liebend und mit offenen Herzen für die Not der Schwächsten. Überhaupt ist dieses Ehepaar derart köstlich in ihrer Art und ihrem Umgang miteinander, daß sie uns eine Quelle der Freude sind.

Eine große und bewegende Überraschung wartete auf mich, als wir das erste Mal gemeinsam beteten. Da lag vor mir ein gedrucktes Exemplar des "Abbaoffiziums" in französischer Sprache, welches die Kinder als Stundengebet morgens und abends beten, und als zweite liebevolle, mich sehr berührende Geste: wie selbstverständlich rezitierten sie das Jehannegebet.

Manchmal ist es kaum zu fassen, wie offen die Kinder nach dem Glauben, dem Gebet und nach der Berufung fragen. "Wie kann man eine Berufung erkennen, wie kann man in die Gemeinschaft Agnus Dei eintreten, wie können wir noch besser mit Gott leben, was ist die Berufung von Jemael, wie können wir Lehrer unsere Berufung leben .....?", sind nur ein Auszug von Fragen, die nach einer Beantwortung verlangen. Wenn dann für mich noch der Hintergrund einer mehr oder weniger großen Glaubenskälte in Europa gegenwärtig ist, dann meint man auch geistig, in einer anderen Welt angekommen zu sein.

Natürlich ist auch die andere Seite sehr schnell wahrzunehmen, die mir nicht weniger bekannt ist und von der unsere Geschwister in Lokoko manches Trauerlied zu singen wissen. Doch sind hier in Mbunda schon ein wenig die Früchte eines Weges zu erahnen, welcher die congolesische Natur nicht völlig ihren Neigungen überläßt. Doch gibt es viel zu tun, besonders weil unsere Jemaelkinder noch zusätzlich durch ein schweres Schicksal belastet sind. Die ständig sie umgebende Misere der materiellen Armut, die auch das Nötigste oft genug vorenthält oder nur sehr selten zulässt, ist nicht befriedigend bewältigt. Das gilt zwar nicht im vollen Umfang für unsere Jemaelgründung, aber doch gibt es noch Zustände, die auf die Dauer nicht bleiben sollten. Besonders die Wohnsituation befriedigt uns nicht, auch die Nahrungssituation steht ein wenig auf schwachen Füßen, wenn, wie dieses Jahr z.B. die Maisernte ausfällt. Und die Kleidung ...

Es ist vielleicht nicht alles auf Mangel von Geld zurückzuführen. Für ein gutes Wachstum dieses Platzes wäre eine europäische Hilfe ein großer Segen: für den weiteren Aufbau der Siedlung in Bezug auf Konstruktion, den sinnvollsten Umgang mit den vorhandenen finanziellen Mitteln, die Unterstützung einer guten Bewirtschaftung der Felder, die Verbesserung der Ernährung, die Formung in verschiedenen menschlichen Bereichen und für die Seelsorge mit der Begleitung traumatischer Erlebnisse. Auch die Glaubensverkündung kann noch intensiviert werden und ganz besonders die Grundschritte eines geistlichen Lebens sollten vermittelt werden.
Aber all dies kann nur durch Personen weitergeben werden, welche die Eigenarten der gläubigen Seele der Congolesen kennenlernen und sie weise fördern. Unreife Personen, und solche die nicht wirklich Gott suchen und mit ihm leben, würden hier eher Schaden anrichten. Gerade der Umgang mit den traumatischen Erlebnissen braucht ein Hören auf den Heiligen Geist, der in der Tiefe des Menschseins zu heilen vermag.

Die Jemaelschule „Ste. Jeanne d' Arc“, die nun mehr als ein Jahr existiert, macht für afrikanische Verhältnisse einen sehr guten Eindruck, ganz anders als z.B. die Pygmäenschule in Lokoko, die uns eine Sorge ist. Das Lehrerteam wirkt willig und sehr formbar und mit Papa Jean existiert eine glaubwürdige Autorität.
Inzwischen haben wir 290 Kinder und es steht die Frage an, ob wir auch eine Sekundarstufe entstehen lassen. Bisher sind die Unkosten für die Schule 600 US $ im Monat einschließlich der Besoldung der Lehrer. Für einen ersten Schritt zu einer Sekundarstufe, die zunächst zwei Klassen umfassen könnte und deren Unterricht am Nachmittag stattfände, bräuchte man zusätzlich 400 US $. Das heißt, dass der Komplex der Schule mit zwei integrierten Klassen der Sekundarstufe mit 1000 US $ pro Monat zu bewältigen sein würde. Der große Vorteil wäre, daß unsere jugendlichen Mädchen und Jungen nicht den langen Weg zur Schule ab 5:30 Uhr morgens nach Kabinda zurückzulegen hätten und daß ihre Erziehung besser begleitet werden könnte.
Wir merken immer wieder, welch großer Schatz uns da von Gott anvertraut wurde und alles, was an Liebe und Mühen investiert wird, kann und wird sich auszahlen. Mittels der Finanzierung der deutschen Botschaft im Congo ist wertvolles Lehrmaterial für die Schule angeschafft worden. Gott sei Dank konnten wir bisher dank großzügiger Unterstützung von verschiedenen Seiten die Lehrer und Verantwortlichen immer bezahlen. Die Schüler sind willig zum Lernen. Beim Anwachsen dieses Werkes hier im Congo wäre es schön, wenn wir noch mehr Menschen gewinnen würden, die uns finanziell unterstützen. Ich hoffe, daß z.B. Manuela ihre jugendliche Kraft gerne einsetzen wird, um dieses Jemaelwerk zu fördern!

Aber es ist nicht nur die Schule, welche der weiteren intensiven Begleitung bedarf, sondern auch die Jemaelsiedlung. Das Dringendste, neben der immer währenden Sicherung der Nahrung für ca. 60 Menschen, ist der Bau von zwei weiteren Häusern, damit nicht so viele Jungen oder Mädchen in ihren jeweiligen Häusern so eng zusammenleben müssen. Selbst wenn man afrikanische Verhältnisse zugrunde legt und die Neigung der Kinder, gerne zusammen zu sein, berücksichtigt, ist es doch viel zu eng.

Der Fußballplatz ist nun fertiggestellt und wird auch benutzt. Ich war schon Zeuge eines Spiels. Man findet das, was man bei den afrikanischen Fußballern oft entdecken kann: sie sind gewandt und gut am Ball, es fehlt aber das, was wir Taktik nennen: eine bessere Raumaufteilung, sinnvollere Ballverteilung und vor allem eine stabile und disziplinierte Verteidigung. Leider kochten am Schluss - bei einem nicht gegebenen Tor - die Emotionen über und das Spiel wurde kurz vor Schluss abgebrochen. Ich mußte zwischen die Streitenden gehen und mir die beiden Kapitäne holen. Schließlich regelten sie die Sache dann unter sich auf afrikanischem Weg, aber ein gutes Zeugnis war es nicht ....

Manuela wird nun, während ich wahrscheinlich am Freitag Richtung Lokoko aufbreche, hier bleiben, dann aber mit mir nach Europa zurückkommen. Diese Zeit wird sie, neben der Kontemplation nutzen, um sich einen besseren Überblick über die ganze Situation zu verschaffen, am Schulunterricht teilnehmen und sich besonders um die heranwachsenden Mädchen und auch die Frauen kümmern. Sie hat einen Schnellkurs in der natürlichen Empfängnisregelung gemacht, der hier mit großem Interesse aufgenommen wird. Außerdem wird sie die heranwachsenden Mädchen auf Aspekte ihres zukünftigen Frauseins hinweisen.

Was wir noch vorhaben ist die Aufnahme von einigen religiösen Liedern, die sehr lebendig von unseren Kindern gesungen werden. Ich hoffe, dass daraus eine CD entsteht, die Interesse weckt und deren Verkauf diesem Werk hier dienen könnte.

Die geistlich-religiöse Musik hier ist etwas Überragendes. Sie ist ungemein authentisch, hat eine starke innere Kraft und wirkt heilend auf Geist, Seele und Leib ein. Ich bin überzeugt, dass sie besonders auch den jungen Menschen helfen kann, eine Musik zu entdecken, welche eine große Schönheit in sich trägt und wunderbar auf den Herrn hin geordnet ist. In Gesprächen mit Manuela hat sie mir von der weltlichen Musik in Südamerika berichtet, die oft mehr als unmoralisch ist, aber von den Jugendlichen selbstverständlich aufgenommen und durch Tänze noch tiefer verinnerlicht wird. Ganz anders ist es mit der Musik hier, die auch den Tanz integriert. Diese ist ein Lob Gottes, vermittelt Werte und wahre Lebensfreude. Sie ist frei von jenen Täuschungen, denen Jugendliche oft gerade in der Musik unterliegen, ganz abgesehen von noch u.U. anderen dunklen Inhalten, die verborgen vermittelt werden können. So ist die congolesische religiöse Musik ein wirkliches Geschenk und eine wunderbare Antwort der Congolesen auf die Botschaft des Evangeliums.

Mit Gruß und Segen aus dem Herzen Afrikas mit der Bitte diesen Text an Interessierte weiterzugeben.

Elija