Etwas Geistliches aus dem Congo
Wie den Willen Gottes zu erkennen in der konkreten Situation im Congo?
Gestern, am Freitagmorgen: ein ungutes Gefühl tauchte auf, als ich an die vielen Komplikationen dachte, die in der Regel mit den Reisen in diesem Land verbunden sind. So war die Zeit meiner Stille vor dem Tabernakel in der Procure in Kinshasa auch damit gefüllt, die innere Ruhe und Sicherheit zu bekommen, die sich auch auf die vorgesehene Ankunft in Lodja erstrecken sollte. Als wir dann pünktlich zum Flughafen losfuhren, war die Unsicherheit überwunden und auf der Fahrt kam sie nochmals kurz zurück. Doch ein weiteres inneres Gebet stärkte mich, diese Reise nach Lokoko mit Mut anzutreten - mehr ein Mut der aus dem Geist und dem Willen kommend, denn aus dem Gefühl.
Dann aber hieß es auf dem Flughafen: der Flug fällt aus wegen des Mangels an Passagieren und wird auf die kommende Woche irgendwann verschoben!
Vor mir verschwanden die Tage, die für Lokoko vorgesehen waren und in den Aussagen der Verantwortlichen schwang noch eine weitere Unsicherheit mit: wenn von Kinshasa aus nicht geflogen wird, dann ist auch die Rückreise unsicher und der Termin für Israel rückt näher, abgesehen von einem Besuch in Ecuador, der mir aus bestimmten Gründen sehr am Herzen liegt.
Was hat Gott vor, warum diese Annullierung des Fluges von gestern?
Jetzt können sehr viele Überlegungen einsetzen: vielleicht ein anderer und neuer Weg nach Lokoko, die Zeitvorstellung mit der Ecuadorreise aufgeben, den Besuch in Lokoko auf Juli verschieben, vielleicht wäre mit dem Flugzeug etwas passiert, vielleicht gibt es etwas Wichtigeres, als nach Lokoko zu diesem Zeitpunkt zu kommen, vielleicht doch ein Weg über Koli mit dem Flugzeug, vielleicht unbekannte Gefahren, die nur der Herr kennt????
Letzten Endes sind diese Gedanken nicht fruchtbar, denn sie kreisen ja um ein Moment, das ich nicht kenne und der auch kaum noch in meiner Verfügungsgewalt liegt, denn ein Transport mit einem kleinen Flugzeug ist derzeit nicht zu bezahlen. Ein Pastoralbesuch nach weit über einem Jahr in Lokoko ist von der Liebe und der Sachlichkeit richtig, denn es haben sich manche Probleme ergeben, die der gemeinsamen Reflektion und des Gebetes bedürfen: ein evtl. Noviziat von Beatrice, Gespräche mit allen Geschwistern, die Situation der Pygmäen, Evangelisierung, neue Kandidaten, Vorbereitung der 3. Elisabethaktion, Fragen für Jemael, die Nacharbeit des Geschehens mit Adolph, die materielle Situation ... weiß Gott genug, um nach Pelenge-Lokoko "toute-suite" zu reisen.
Und doch, ein deutlicher Halt!
Warum?
Die Frage richte ich nun an Gott, ohne die vielen möglichen Gedankengänge zu erörtern: einfach und nackt vor ihm die Situation aussprechen und auf seine Antwort warten!
Gibt es doch etwas Wichtigeres für den Moment als nach Lokoko zu reisen oder wird sich der Herr durch die vielen Unmöglichkeiten eine Möglichkeit schaffen wie schon so oft erlebt! Oder ist es einfach nur eine Frage des Ausharrens und der Geduld!
Wie kann man dies herausfinden?
Zunächst - und das ist schon das Wesentliche von menschlicher Seite aus - bedarf es der inneren Freiheit. Die Verpflichtung der Liebe zu den Geschwistern und der Mission hin erlaubt keinen bequemen Weg! Kein Weg zu weit, keine Anstrengung zu groß, keine Last zu schwer im unwegsamen Congo..., ein Wort, was ich gerne der geliebten Jeanne d'Arc zuordne und es für mich adaptieren möchte.
Diese Grundhaltung muß sichergestellt sein, um nicht irgendwo die Umstände so zu scheuen, daß der leichtere Weg von der menschlichen Natur ersehnt wird! Das hat - wie schon gesagt - weniger mit den Gefühlen, als mit einer Entscheidung zu tun.
Auf dieser Basis kann man dann genauer hinhören : Ecuador mit durchaus ernsthaften Problemen auf einem ganz bestimmten Gebiet, Israel. Ist es eine Alternative im Juli in den Congo zu kommen zusammen mit der Elisabethaktion 3 ?
Oder noch etwas anderes?
Wenn die innere Freiheit verwirklicht wird, dann kann man in Ruhe zuhören und Gott wird sicher zeigen, was er vorgesehen hat. So preise ich ihn schon jetzt!
Das ist sicher der Wille Gottes und alles andere wird kommen!
Inzwischen schaue ich ob Interesse an dem Film besteht den ich nun in einer noch schwachen, aber für den Congo im Augenblick ausreichender Version in frz. Sprache zeigen kann!
Elija aus dem Congo in Kinshasa wartend den Willen des Herrn zu verstehen!
P.S. Es ist schön und beruhigend ganz auf den Herrn angewiesen zu sein, wenn diese Wahrheit auch stärker den Geist durchdringt, als die gefühlsmäßige Wahrnehmung. Letztere schwankt gerne ein wenig und verbreitet auch Unsicherheit, deshalb muß sie durch das Gebet immer wieder in die rechte Richtung gerufen werden.
