Elijamission bis 30. Juli
Soweit man es sagen kann, gibt es einen ruhigen Ablauf der 3. St. Elisabethaktion. Tag für Tag kommen die Kranken. Es sind sehr viel Fälle von unheilbaren Kranken darunter, welche dann zu mir zum Gebet kommen. Immerhin werden sie innerlich aufgerichtet und manche ändern tatsächlich ihr Leben oder nehmen es sich wenigstens vor.
In den zurückliegenden Tagen hat mich jedoch auch der Vorfall in Duisburg beschäftigt. Neben der Trauer um den Tod der Menschen und der vielen Verletzten haben mich besonders öffentliche Stellungnahmen bestürzt gemacht. Das hat sich in zwei Stellungnahmen niedergeschlagen, die ich hier auch wiedergeben möchte.
1. Die Nacht des Samstags in Duisburg und ein kleines Licht!
Ein fröhliches und unbeschwertes Fest wollten die Jugendlichen in Duisburg feiern und dann sei dieses Unglück über sie gekommen, so hörte man aus dem Mund kirchlicher Vertreter und ähnliches vom neuen Bundespräsidenten.
Das sind erstaunliche Aussagen, weiß doch jeder, daß die sog. Loveparade einen ganz anderen Charakter hat.
Mit dem Tod von einundzwanzig Menschen und vielen Verletzten nahm diese Veranstaltung ein unerwartetes Ende: Kerzen und Gebete statt Technomusik, Trauer und Betroffenheit statt Tanzmarathon und das Aus zukünftiger Loveparades.
Trauer um die Verunglückten und Solidarität mit den Verwandten und Freunden ist angebracht, Gebete für das Seelenheil der Verstorbenen ist die Antwort der Gläubigen auf diese Katastrophe und damit die Sichtbarmachung des Leibes Christi.
Keine Trauer braucht es aber um das Ende dieser Veranstaltungen. Wer ein wenig genauer hinschaut, der weiß, daß es sich hier eher um eine düstere Veranstaltung, als um ein friedliches Fest handelte: Drogen, Alkohol, exhibitionistisch dargestellter sexueller Libertinismus, einpeitschende Musik, die in Verbindung z.B. mit Drogen quasi tranceähnliche Zustände hervorrufen, erzeugen weder wahre Lebensfreude, noch sind sie harmlos. Man sollte nicht die Augen vor der groben Unsittlichkeit solcher Loveparades verschließen!
Trauer ist jedoch angebracht, daß Politiker solche Veranstaltungen u.U. auch noch finanziell fördern.
Trauer ist angebracht, daß Medien einer solchen Veranstaltung große Aufmerksamkeit entgegenbringen, als handle es sich um ein wichtiges Kulturereignis, wo die Loveparade doch in Wirklichkeit Zeugnis vom Verfall einer Kultur ablegt.
Trauer ist angebracht, daß Vertreter von Kirche und Gesellschaft mit unerträglich verharmlosenden Wortmeldungen irreführen, als wäre die Loveparade vergleichbar mit ausgelassenen Freudenfesten nach Siegen der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM.
Trauer ist angebracht, daß man es in der deutschen Öffentlichkeit kaum noch wagt, die Frage zu stellen, warum Gott denn ein solches Unglück zugelassen hat ...
Doch gerade eine solche Fragestellung kann einen Spalt öffnen für ein Licht. Ein gläubiger Mensch weiß, daß nichts ohne Gottes Zulassung geschieht. Weil es ihm bewußt ist, daß es sich bei Gott um einen liebenden Vater handelt, weiß er auch, daß in einem solchen furchtbaren Geschehen verborgen das Wirken Gottes für den Menschen vorhanden ist.
Auf der persönlichen Ebene der Toten können wir nichts sagen. Das liegt im Geheimnis Gottes. Doch bleibt die Hoffnung, daß der Vater des Lebens jeden Einzelnen kennt und weiß, warum er gerade diese Menschen unter den Opfern hat sein lassen. Vielleicht wertet Gott sogar den unfreiwilligen Tod dieser einundzwanzig Menschen als Sühne, denn ohne Zweifel waren die Loveparades aus der Sicht des Glaubens ein öffentlicher Affront gegen Gott und seine Gebote. Im günstigsten Fall eröffnet sich die Chance der Umkehr für überlebende Betroffene, ja, des Nachdenkens, was denn die wahre Kunst der Liebe ist, wo die wirklichen Freuden des Lebens liegen! Dann wäre so ein Tod schon nicht mehr sinnlos.
Das Erschrecken über diese Katastrophe hat dazu geführt, daß diese Veranstaltungen nun ein Ende nehmen. Das ist – trotz und in allem schweren Leid – ein Segen für Deutschland!
Elija, d. 29. Juli 2010 aus Afrika
2. Brief an Herrn Bischof Overbeck - Bistum Essen
27-07-2010
Sehr geehrter Herr Bischof Overbeck,
die Trauer um den Tod der 20 Jugendlichen und um die vielen Verletzten ist mehr als verständlich. Sie haben, zusammen mit ihren Verwandten, das Anrecht auf unser Gebet und Mitgefühl. In diesem Sinne folgen die Gläubigen sicher gerne Ihrer Einladung, und der Herr möge den Seelen der Verstorbenen gnädig sein.
Befremden löst allerdings Ihre Bemerkung aus, daß „so viele junge Menschen fröhlich und unbeschwert feiern wollten.“ Das mag vielleicht in der Absicht der Jugendlichen gelegen haben, doch handelt es sich bei der „Loveparade“ auf gar keine Fall um eine Veranstaltung, wo ein „solches Feiern“ möglich ist. Es sieht leider so aus, als wären Sie nicht genügend darüber informiert, daß es sich bei der „Loveparade“ um ein unsittliches Treffen erster Ordnung handelt. Sie brauchen nur das Bildmaterial zu sichten, um zu merken, daß es sich um absolut keine harmlose Veranstaltung handelt, ganz abgesehen von der manipulativen und aufpeitschenden Musik, die auf die Menschen eher enthemmend wirkt, als wirkliche Freude erzeugt.
Sehr viel näher liegt es jedoch in der Loveparade ein „öffentliches Greuel“ in den Augen Gottes zu vermuten!
Gebet für die Opfer und ihre Verwandten: Ja
Doch leider hat Ihr Kommentar bzw. die Stellungnahme des Ordinariats dazu beigetragen, die „Loveparade“ unerträglich zu verharmlosen und daher auch – ohne daß Sie das sicher beabsichtigen – zur Verwirrung der Geister beigetragen. Denn was sollen (christliche) Jugendliche und Eltern denken, wenn ihr Bischof so spricht? Werden sie dann nicht denken, daß man durchaus zu einem solchen Treffen gehen könnte, da man dort „fröhlich und unbeschwert“ feiern kann und das als indirekte Einladung verstehen?
Bitte prüfen Sie doch ganz genau, wessen „Geistes Kind“ diese Veranstaltung ist. Das ist sehr leicht festzustellen!
Im Vorfeld wäre es übrigens nicht verkehrt gewesen als Bischof die (christlichen) Jugendlichen auf die Unvereinbarkeit eines solchen Feierns mit der Moral unserer Kirche hinzuweisen.
In Christus und im Gebet für die Opfer verbunden
Elija
