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Congomission

12-07-2010, Lokoko

Gebets- und Arbeitstag mit frühem Beginn und manchen Gesprächen bei Tisch. Jeden Tag mache ich Tonaufnahmen, die dann geschnitten werden müssen. Heute und morgen ist noch mit dem Schneiden aufzuholen. Ich bin noch nicht ganz mit der Stromversorgung zufrieden.

Die Geschwister schauen den Rest des Abbafilms an.

Heilungsgebet für eine Batwafrau. Es kommen sowohl morgens, als auch abends Congolesen zum Gebet. In den Tagen zuvor Heilungsgebet für Bernadette, Andreas und Lucia!


Di,13-07-2010, Sts. Séraphins, Lokoko, Congo


Wanderameisen versperrten mir den frühen Weg in die Kapelle. So begann ich im Zimmer zu beten, bis sie dann verschwanden.

Der Tag war neben dem Gebet von Schneidearbeit und Posterledigungen geprägt. Heute hat das Stromproblem eine Lösung gefunden und auch der Mailempfang wurde hoffentlich von den Schwierigkeiten befreit.

Bei der Vesper kam wieder die Pygmäenfrau von gestern, die heute schon wesentlich besser aussah. Heute betete ich auch für ihr Kind. Es ist erfreulich, daß doch einige Batwas und Bantus zu uns zum Gebet finden!

Die Nachtanbetung begann nach der Vesper


14.Juli 2010, Lokoko

Gebets- und Arbeitstag mit Schneiden der Ansprachen, erstes Gespräch mit Andreas, Erledigung von Post ...

Die Mission ist nicht ohne Krankheiten. Besonders Bernadette ist von einer wiederholten Malaria betroffen. Diesmal allerdings noch von einer anderen Krankheit begleitet!

Viele Menschen kommen hierher. Auch wenn wir die Besuchszeiten beschränkt haben, sind noch genug Menschen auch außerhalb der angegebenen Zeiten da. Da braucht es Geduld und Beharrlichkeit, die Menschen an unsere Zeiten zu gewöhnen

Lucia staunt über die Einfachheit bzw. Armut hier. Sie ist noch weit größer als in Ecuador. Wenn man die Batwa (Pygmäen) in ihrer Lebensweise sieht, denkt man, daß die Zeit fast stehengeblieben ist.

Aber auch bei den Bantu herrscht große Armut!

Die Nahrungssituation ist insgesamt besser geworden. Das gilt sowohl für die Gemeinschaft, als auch in beschränktem Maße für die Batwa. Doch bleibt die Not sichtbar.

Am Abend beginne ich das Vaterbuch für die Radiosendungen vorzustellen und zu kommentieren.


15.Juli, Sts. Séraphins, Lokoko (H.O)

Ruhiger Tag, Gespräche mit Beatrice und Bernadette.


16.Juli, Sts. Séraphins, Lokoko

Gott sei Dank kam heute wieder die Sonne, so daß die Batterien versorgt werden konnten. Am Nachmittag kamen recht viele Bataws und Bantus zur katechetischen Unterweisung und ich erklärte ihnen - neben andern Dingen - welches die Bedingungen für den Empfang der Heiligen Kommunion sind. Sie waren recht aufmerksam und für den morgigen Tag haben sich etliche zur Hl. Beichte angesagt. Ich bin froh, daß die Kirche auch einen Weg findet, wenn ein Priester da ist, der nicht die einheimische Sprache spricht. Sie erweist sich auf der seelsorgerlichen Ebene immer wieder als sehr pragmatisch!

Im Urwald erreichen mich auch bedenkliche Nachrichten. Argentinien hat als erstes südamerikanisches Land die Homoehe erlaubt. Das ist eine weitaus größere Tragödie, als die deftige Niederlage gegen Deutschland im Viertelfinale der WM.

Aus dem moralisch so kranken England kommen immer mehr fast unglaubliche Nachrichten. So sollen ab Oktober Listen mit Eintragungen entstehen, wenn Schüler außerhalb der Schule durch "homophobe" Bemerkungen auffallen. Das heißt: wenn ein Schüler zu seinen Freunden sagt, daß er Homosexualität für Sünde hält oder bemerkt, daß dies gegen natürliche Gegebenheiten verstößt wird das aufgezeichnet und diese Listen können von offiziellen Stellen eingesehen werden. Das bekommt schon deutlich den Geschmack eines modernen Stasitums und zeigt uns die Richtung vor in die es gehen wird, wenn der antichristliche Geist sich stärker ausbreitet. Die heutigen Möglichkeiten zur Kontrolle sind so enorm, daß ein Mißbrauch dieser Möglichkeiten eine Art "totale Kontrolle" ausüben kann. Bis zu einer "Gedankenpolizei" ist es dann auch nicht mehr weit. Gott sei Dank können wir in dem Ganzen immer wieder den Blick auf Gott richten!


17-07-2010, Lokoko, Sts. Séraphins

Tatsächlich kommen doch einige Menschen zur Beichte.

Am Abend trifft sich dann die Gemeinschaft, um darüber zu beraten, ob Beatrice - unsere schwarze Postulantin- die nun fast zwei Jahre in der Gemeinschaft mitlebte, einen weiteren Schritt auf die Gemeinschaft zumachen kann! Wir kamen zur Überzeugung, daß wir sie am 7. August in das Noviziat aufnehmen werden, uns also eine neue Schwester zugeführt wird. Es ist unsere erste afrikanische Berufung. Leider haben die beiden jungen Menschen in Ecuador, die sich zu uns berufen gefühlt haben, diesen Weg nicht gehen können. Beatrice hingegen wirkt reifer und entschiedener und wir hoffen, eine „schwarze Perle“ gefunden zu haben. Anders als der junge Mann, den wir Pierre nannten, der leider uns sehr viel Schwierigkeiten machte und wir ihn wegschicken mußten. Die Gemeinschaft bat mich noch um ein Gespräch wegen dieser Vorgänge, bevor wir andere Kandidaten aufnehmen!

Danken wir dem Herrn, daß wieder ein junger Mensch den Weg zu uns gefunden hat. Beatrice ist 23 Jahre alt! Es bildet sich, wenn man noch unsere Jemaeldimension mitrechnet, eine neue Generation heran. Mit Benedikt als Ältestem, Nicolai, Beatrice, Marie-Elisée für Jemael und meinen beiden geistlichen Töchtern „auf Zeit“ (Lucia und Veronika), die zu mindestens unseren geistlichen Weg kennenlernen, sind uns junge Menschen anvertraut, die ernsthaft einen Weg mit Gott gehen wollen. Im Hintergrund sind noch zwei afrikanische Kandidaten, die über ein Jahr bei Jemael in Mbunda mitlebten und die wir zur Erprobung einer Berufung bald kommen lassen wollen.


18-07-2010. Lokoko, Sts. Seraphins


Abbé Blaise, der Direktor des Petit Seminaire in Loto, kommt immer wieder uns besuchen und zelebriert zusammen mit Johannes die Heilige Messe in lateinischer Sprache. Auf Initiative von Johannes hin kniet sich die ganze Gemeinde während der Wandlung nieder, was die ganze Heilige Messe aufwertet, denn hier im Congo hat sich wohl vielerorts der Brauch eingeschlichen bei der Wandlung nur noch zu stehen.

Johannes hält eine gute Predigt, die ich übersetze.

Immer wieder muß ich über die Heiterkeit Gottes schmunzeln. Gott kennt meine Liebe zum Fußball und in einem gewissen Rahmen kann sie auch bestehen bleiben. Diesmal habe ich – im Gegensatz zu den Jahren zuvor - die WM relativ intensiv verfolgt.

Von dem Präsidenten der hiesigen Mannschaft bzw. vom Nachbarort Pelenge kam die Anfrage, ob ich den Fußball für sie aufheben und für einen guten Verlauf des geplanten Fußballspiels beten würde. Genauer gesagt, hatte die Mannschaft Angst, daß der Gegner das Spiel durch „sog. Fetische“, also magische Praktiken beeinflussen wollte. Ich mußte schmunzeln, als ich die Anfrage hörte und sagte ihnen zu, daß mein Gebet sicher die Dämonen vertreiben würden, wenn sie nicht selber mit „Fetischen“ arbeiten würden. Das versprachen sie mir. Also behielt ich den Ball in meiner Hütte und sprach dann einen kurzen Segen.

Am Sonntagabend kamen dann drei Männer, die das Spiel verfolgt hatten und erzählten strahlend, daß Gott in das Spiel eingegriffen hätte. Die genauere Nachfrage ergab, daß es zur Halbzeit wohl 0:0 stand, die andere Mannschaft aber stärker gewesen sei! Dann hätte man einen Fetisch der anderen Mannschaft entdeckt. Als „dieses Geheimnis“ entdeckt wurde wären die Fußballer der anderen Mannschaft geflohen!

Natürlich verstand dies die „Equipe“ Pelenge als Eingreifen Gottes und fühlten sich als der moralische Sieger. Ich ließ es für sie als ein Zeugnis Gottes stehen und freute mich, daß der Herr so heiter meine Fußballliebe sowohl mit der Evangelisierungsdimension, als auch mit ethnologischen Kenntnissen verknüpft!


Soweit die etwas anderen Sportnachrichten aus dem Congo!


Elija in Lokoko, Mission Sts. Séraphins