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Wiederkunft des Herrn und prophetische Liturgie

Es war in der Höhle der Paternosterkirche, als wir lange über den Text des Matthäusevenageliums nachdachten in welchem der Herrn über das Weltende spricht. Schmerzlich ist festzustellen, daß der eschatologische Horizont unseres Christseins in unserer (westlichen) katholischen Kirche zu Unrecht häufig sehr unterbelichtet ist und leicht den Geschmack des "Eigenartigen" annimmt. So überlassen wir diese wichtige Dimension unseres Glaubens meist protestantischen und freikirchlichen Gruppierungen, die nicht immer glücklich damit umgehen! Das ist zutiefst bedauerlich und auch falsch, denn die WiederKunft unseres Herrn ist ein zentrales Thema. Nicht ohne Sinn wird sie uns täglich in der Heiligen Messe vor Augen gestellt und in den Evangelientexten wird zur ständigen Wachsamkeit gemahnt. Ist es weise an unseren Tod zu denken, damit wir vorbereitet sind und unser Leben in liebender Verantwortung vor Gott und den Menschen bestehen kann, so gilt dies nicht weniger von der Wiederkunft Jesu am Ende der Zeiten. Gerade diese Dimension unserer Heilsgeschichte vermag uns aufzuwecken, damit wir die Zeit zu nutzen, die uns gegeben ist, um das Evangelium zu bezeugen und mit demütiger Entschlossenheit nach Heiligkeit zu streben!

Natürlich ist ein solcher Ort, wie diese Grotte in welcher unser Herr über das Weltende sprach und das Vaterunser lehrte, denkbar geeignet uns all das zu vergegenwärtigen, genauso wie "Dominus Flevit" wo unser Herr darüber weinte, daß Israel nicht die Stunde der Gnade erkannte!

Mir wurde noch deutlicher, daß unsere Kirche wirklich einen "prophetischen Kuß" braucht, um ganz aufzuwachen dem wiederkommenden Herrn entgegenzugehen. Und in diesem "Kuß" muß - ganz anders als im Kuß des Verrates - die Sehnsucht des wiederkommenden Herrn nach seiner Braut gegenwärtig werden.

Wer kann diesen Kuß der Kirche geben, wenn nicht der Heilige Geist und wird dieser "Freunde des Bräuigams" suchen, diesen Kuß anzubieten? Ich denke schon ....


War der Vormittag so reich, so konnte ich mir zunächst nicht vorstellen, wie wir den Nachmittag in Gethsemane verbringen sollten. Die hohen Gedanken der Wiederkunft und dann das Hinabsteigen in die Wirklichkeit von Gethsemane ...

Doch der Herr wollte sich verherrlichen.

So schenkte er mir eine tiefe Auslegung des Geschehens von Gethsemane und ich lud die Litauer ein, ihr Leid - besonders in der Zeit des terroristischen kommunistischen Regimes - mit dem Willen Gottes zu verbinden. Vorausgegangen war die theologische Unterscheidung zwischen dem aktiven Willen Gottes und seinem zugelassenen Willen, so daß das schreckliche Leid sich bewußt in den zugleassenen Willen Gottes integrieren könnte. Nach diesen Betrachtungen gingen wir in die Kirche und brachten alles persönliche Leid und das Leid der Nation an den Felsen von Gethsemane und vereinigten dies mit dem Ja Jesu zum Willen des Vaters in dieser so schmerzlichen Stunde.

Nach einer Zeit der Stille faßte ich dann in einem öffentlichen Gebet all diese Gedanken zusammen und bat den Herrn um eine Tiefenheilung, damit das Leid den Mächten des Bösen entrissen wird, ganz in Gott ruhen und mehr Frucht bringen kann.

Das war sehr bewegend und viele polnische Pilger waren anwesend!

Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt all das tiefer zu beleuchten, was der Herr in diesen wunderbaren Augenblicken in der "Kirche der Nationen" getan hat. Nur soviel sei gesagt: offensichtlich hat der Heilige Geist einen Weg geöffnet, wie er mit dem Leid der Nationen umgehen möchte und einen Weg in die Zukunft gewiesen. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar!

Der Tag wurde dann noch durch eine geistliche Unterweisung vollendet. Das passende Thema: "Wachstum in der Liebe"!

Welche Gnade!

Elija aus Jerusalem